HistorieFreier Wille veranlaßte eine Schar von Männern 1897, die Freiwillige Feuerwehr von Rheinhausen zu gründen, um der Bevölkerung Schutz vor Feuer und Hochwasser zu geben. Rheinhausen an den Ufern des Rheines war und ist bei Hochwasser immer in Gefahr. Die Bevölkerung war stark auf die Landschaft angewiesen und bei Überschwemmungen der Felder war große Not im Dorfe. So war diese Truppe immer schon mehr eine Wasserwehr als eine Feuerwehr.
Die Freiwillige Feuerwehr hatte gleich im Jahre 1897 um die Aufnahme beim Badischen-Landes-Feuerwehr-Verband nachgesucht und wurde auch aufgenommen. Die Anmeldung tätigte Bürgermeister Paul Bechberger. 1.Kommandant war Pius Wittmer, sein Stellvertreter Karl Gutting, Schriftführer Larl Böllinger, Kassierer Emil Patheiger und Hornist war Linus Sorg. Als weitere Mitglieder gehörten der Verwaltung Karl Wittmer und Karl Zwiegel an. Es wurden 28 Mitglieder dem Verband gemeldet. Als Aufnahmegebühr mußte jedes Mitglied 1.-DM und als monatlicher Beitzrag 0,10.-DM bezahlen.Die Mannschaft war eingeteilt in Spritzenmeister, Signalbläßer, Rettungstrupp, Angriffstrupp, Steigermannschaft, Spritzenmannschaft und Pumpenmannschaft. Zu jener Zeit waren lediglich eine Spritze, eine Laterne für die Spritze, eine Decke, ein Wasserbehälter, eine große Leiter, eine Einstiegleiter mit Haken, vier Dachleitern, vier Feuerwehrhaken, eine 75-Meter-Schlauchleitung sowie zwölf Eimer vorhanden. Zu dieser Zeit hatten die meisten Männer noch keine Uniform, so daß die Gemeinde bei einem Brand die unbrauchbar gewordenen Kleider ersetzen mußte. Im Jahre 1900 wurde der 1. Kommandant Pius Wittmer von Karl Gutting abgelöst, dieser wiederum wurde 1904 von Eugen Spohn ersetzt. I, Jahre 1909 wurde Emil Patheiger zum Kommandanten bestimmt. Unter seiner Leitung fand im Jahre 1914 ein großes Feuerwehrfest mit 30 Gastwehren statt. Der erste Weltkrieg ging auch an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber. Zehn Feuerwehrkameraden blieben auf den Kriegsschauplätzen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war das Interesse an der Feuerwehr nicht mehr groß, denn man hatte andere Sorgen. Dies war daraus zu erkennen, daß mehrmals die Kommandanten wechselten: Einmal Emil Patheiger, dann Karl Weick, dann Ludwig Suckfüll und wiederum Emil Patheiger. In dieser Zeit wurde auch eine gebrauchte Druckspritze und Pumpe zum Wasserladen angeschafft. Damit hatten die Eimer ausgedient. (Die Druckspritze wurde Restauriert und ist heute noch funktionstüchtig, Siehe Bild oben.) Unter dem Kommandanten Karl Weick wurde im Jahre 1929 die Verwaltung neu zusammengestellt. Nach dem Tode von Karl Weick übernahm 1933 wieder Emil Patheiger den Posten als Kommandanten. Im Jahre 1933, nach der Machtübernahme des Dritten Reiches wurde die Feuerwehr völlig umgeplant; sie wurde der Polizei unterstellt und eingegliedert. Alexander Brand, der die Feuerwehrschule in Schwetzingen besucht hatte, nahm die Umstellung vor. Zu Kriegsbeginn 1939 wurden zahlreiche Kameraden zur Wehrmacht einberufen. Da es in den Kriegsjahren an Nachwuchs mangelte, wurden auch Frauen in die Wehr berufen. Die Stellvertreterin des Kommandanten August Vierling, Wirt des Gasthauses zum Karpfen, wurde Thea Ross, geb. Ehringer. Da für die Frauen die Bedienung der Druckspritze zu schwer war, wurde eine Tragkraftspritze angeschafft. Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in den Reihen der Feuerwehr seine Lücken: Fünf Kameraden gaben ihr Leben. Nach Ende des Krieges war auch in Rheinhausen die Feuerwehr auf dem Nullpunkt angekommen. Alles, was Uniform trug, war der Besatzungsmacht ein Dorn im Auge. Ende 1949 wurde die Wehr neu aufgestellt, es waren 54 Mann. Zum Kommandanten wurde Alexander Brand ernannt. 1950 wurden die beiden Druckspritzen, durch eine von Josef Wittmer II. gebaute Motorspritze ersetzt. Im gleichen Jahr wurden auch in der Gemeinde fünf Tiefbrunnen gebaut. Kommandant Alexander Brand wurde duch Helmut Spohn ersetzt. Unter seinem Kommando wurde auch der Spielmannszug gegründet, der bis 1963 tätig war. Helmut Spohn wurde als Kommandant von Josef Wittmer II. abgelöst, der allerdings nur bis 1954 tätig war. Dann übernahm Edmund Sorg das Kommando der Wehr. Beim Hochwasser 1955 wurde von der Feuerwehr und der Bevölkerung Enormes geleistet, um einen Dammbruch zu verhindern. Tagelang musste Wache gehalten werden. Die Verlegung der Wasserleitung in den Jahren 1956/57 war für die Feuerwehr von großer Bedeutung und Erleichterung bei Übungen und im Ernstfall. Am 20. Mai 1964 wurde von der Gemeinde ein Feuerwehrfahrzeug ( LF8 ) angeschafft und eingeweiht. Ein neues Kapitel begann mit diesem Motorfahrzeug. Mit Unterstützung von Rektor Oswald Baumann konnte im Jahre 1966 eine Jugendfeuerwehr gegründet werden. Karl Fromm war Jugendleiter, und Ausbilder wurde Josef Deilacher. 1969 wurde eine neue Tragkraftspritze angeschafft. Im Jahre 1970 wurde Kommandant Edmund Sorg durch Beschluss des Gemeinderates zum Ehrenkommandanten ernannt. Als neuer Kommandant wurde Benno Hambsch gewählt. Vom 3. bis 4. Juni 1972 wurde im großen Rahmen das 75 jährige Bestehen gefeiert. Im Jahre 1975 übernahmen als Kommandant Rainer Töpfer und als Stellvertreter Josef Deilacher das Kommando. Im gleichen Jahr fand der Zusammenschluss der beiden Ortsteile Oberhausen und Rheinhausesn statt, wobei die Feuerwehr Rheinhausen als selbstständige Abteilung bestehen blieb. Ein Jahr später, am 7. Oktober 1976, wurde der Wehr ein neues Feuerwehrgerätehaus von der Gemeinde übergeben. Gleichzeitig kaufte die Wehr ein gebrauchtes Fahrzeug und rüstete dieses in Eigenarbeit zu einem Mannschaftstransportfahrzeug um. 1978 wurde ein zweiter MTW mit Eigenmitteln beschafft und ausgerüstet. Der MTW aus dem Jahre 1976 wurde 1981 ausgemustert und als Ersatzbeschaffung am 06.November 1982 durch die Gemeinde ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. 1981 kam die Stille Alamierung was wieder ein neuer Abschnitt in der Feuerwehrgeschichte bedeutete. 20 Funkwecker wurden für die Abteilung angeschafft. Der MTW aus dem Jahre 1978 wurde 1985, durch einen weiteren mit Eigenmitteln und in Eigenarbeit erstellten, ersetzt. Im Jahre 1986 wurde bei einer Lehrfahrt auf Anregung von Bürgermeister Heller die Gemeinde Rangersdorf im Mölltal/Kärnten in Österreich besucht. Dabei entwickelte sich eine Partnetschaft mit der Feuerwehrabteilung Lainach. Im Jahre 1987 konnte als Ersatzbeschaffung ein neues Fahrzeug (LF8) von der Gemeinde übernommen werden. Das alte LF8 aus dem Jahre 1964 wurde auf Beschluß der Wehr und des Gemeinderates der Partnerfeuerwehr Lainach zu der Einweihung ihres neuen Feuerwehrhauses übergeben und dort war es noch bis 1996 im Einsatz. 1991 bekam die Abteilung Rheinhausen ein Mehrzweckboot von der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal für Übungen und Einsätze zur Verfügung gestellt. Im Jubiläumsjahr 1997 wurde die Wehr mit neuer Einsatzkleidung komplett ausgerüstet. Die Abteilung besteht im Jubiläumsjahr kurioserweise wieder aus 28 aktiven Personen wie bei der Gründung. (Darunter eine Frau). Die Jugendfeuerwehr besteht aus 10 Jugendlichen (7 Buben, 3 Mädchen). Die Bürger von Oberhausen-Rheinhausen dürfen sicher sein, die Feuerwehr Rheinhausen ist in uneigennütziger Weise sowohl bei Tag als auch bei Nacht in Bereitschaft, des Nächsten Hab und Gut zu schützen und zu bewahren, nach dem edlen Wahlspruch: "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr"
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